| Ausbildungsplätze statt Kriegseinsätze |
| Geschrieben von Julia Range | |
| Mittwoch, 2. April 2008 | |
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Es
ist schon lange Normalität, dass Vertreter von der Bundeswehr in die Schulen und Arbeitsagenturen kommen, um für eine Karriere beim Bund zu werben. Noch
nicht genug: Sie bieten sogar Klassenfahrten in die Kaserne an. Die Botschaft: SoldatInnen wollten schon immer den
Frieden, sie kämpften tapfer gegen das Hochwasser an Oder und Elbe und sind in
aller Welt wegen ihrer “humanitären Hilfsaktionen“ gern gesehen.
Die Bundeswehr nutzt die Ausbildungsplatzmisere und die Perspektivlosigkeit der jungen Menschen aus und wirbt mit ihrer Arbeitsplatzsicherheit.
Aber was für eine Zukunft
wird da eigentlich genau geboten? In der Welt werden viele Kriege geführt. Und
die deutsche Bundeswehr mischt mit: in Afghanistan, Bosnien, im Kongo oder im
Libanon. Die Bundeswehr ist immer mehr eine Interventionsarmee. Es geht
dabei allein um Wirtschaftsinteressen und um Einfluss in den besetzten
Regionen. Mit Sicherheitspolitik jedenfalls haben die Auslandseinsätze nichts
zu tun. Die “Auslandseinsätze“ beugen auch nicht gegen Terrorismus vor und sie schaffen erst recht keinen Frieden. Sie drehen vielmehr an der Gewaltspirale. Sie fordern zivile Opfer und sorgen für noch mehr Armut, Hunger und Zerstörung. Die wirklichen sozialen und ökologischen Ursachen von Kriegen oder auch die Wege der zivilen Konfliktlösung spielen in der deutschen Außenpolitik faktisch keine Rolle. Vor diesen Hintergrund ist es zynisch, wenn die Bundeswehr “sichere“ Arbeitsplätze und Ausbildung verspricht. Denn alle Auszubildenden der Bundeswehr müssen sich zu mindestens 8 Jahren Militärdienst verpflichten, einschließlich zu einem Jahr Auslandseinsatz. Mit der Zunahme der Kampfeinsätze sind Ausbildung und Job in der deutschen Armee alles andere als “sicher“. Die Bundesregierung blockiert derzeit immer noch eine Ausbildungsplatzabgabe, die den Ausbildungsstau endlich auflösen würde. Und Studiengebühren sorgen dafür, dass Jugendliche aus einkommensschwachen Familien dazu gezwungen sind, eine Ausbildung zu machen und auf ein Studium zu verzichten. Die ver.di-Jugend rhein.pfalz hält diese Umstände für unhaltbar und setzt sich aktiv für eine Ausbildungsplatzabgabe und gegen Studiengebühren ein, sodass niemand mehr gezwungen ist, aus Ausweglosigkeit zur Bundeswehr zu gehen! (JR) |












