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Fight Club I – oder – „Wir erträumen unsere Zukunft“
Geschrieben von Niki Stroh   
Samstag, 31. Mai 2008

Ein Teilnehmer-Bericht von Niki Stroh vom Fight Club 1-Seminar.

Das Seminar fand vom Dienstag, den 25. April bis Samstag, den 29 April 2008 in Kirkel statt. Angereist wurde schon morgens. Als alle da waren, zählten wir ca. 40 Teilnehmer/innen. Da die Gruppe so zu groß war, wurde sie in zwei Gruppen aufgeteilt, die aber die gleichen Themen bearbeiten sollten. Die Teilnehmer kamen aus allen Bereichen: Studenten, Azubis, ehemalige Azubis und Teamer.

Doch bevor die Gruppen geteilt wurden, stellten wir uns entweder anhand unseres Geldbeutels oder unseres Schlüsselbundes vor. Anschließend spielten wir „Ganzkörperknobeln“. Das ist so etwas wie „Stein, Schere, Papier“, nur dass man mit dem ganzen Körper eine Figur darstellte. In unserem Fall „Drache, Prinzessin, Ritter“.


In meiner Gruppe stellten wir uns nochmal auf verschiedene Art vor. Einmal mussten wir uns nach Schuhgröße aufstellen, oder nach der Entfernung unseres Wohnortes. Danach bekam jeder ein Puzzleteil. Auf die Rückseite sollten wir unsere Erwartungen an das Seminar und die Gruppe und was wir selbst mit ins Seminar bringen, aufschreiben. Auf der Rückseite des Puzzles war ein Zug aufgemalt, der die verschiedenen Fachbereiche von ver.di darstellte.


Als nächstes sollten wir unsere Bedürfnisse, Wünsche oder Träume anhand einer Collage darstellen. Dabei haben wir festgestellt, dass wir im Prinzip alle dieselben Bedürfnisse haben, nur dass sie anders aussehen.


Unser nächster Arbeitsauftrag war es dann, die Frage zu klären, wie in unserer Gesellschaft Bedürfnisse befriedigt und Interessen durchgesetzt werden und ob alle die gleiche Chance haben ihre Bedürfnisse zu befriedigen und Interessen durchzusetzen.


„Jeder ist seines Glückes Schmied.“ Diesen Spruch kennt ja jeder, aber er ist nur teilweise richtig. Was uns daran hindert unsere Bedürfnisse zu befriedigen und unsere Interessen durch zu setzten, sollten wir aber erst am nächsten Tag erarbeiten.


Am Mittwoch hatten wir das Thema „Hinderungsgründe“. Dabei sollten wir definieren, wer welche Hinderungsgründe hat und woher diese Widerstände kommen. Dabei haben wir festgestellt, dass es unterschiedliche Widerstände gibt: äußere, innere, gesellschaftliche, soziale.


Ein weiteres Thema an diesem Tag war „Interessengegensätze und Widersprüche“. Dabei bekamen die Arbeitsgruppen verschiedene Interessensgruppen. Meine Gruppe hatte zum Beispiel „Schüler“ - „Lehrer“ und „Gesund“ - „Krank/Behindert“. Dabei sollten wir die gegensätzlichen Bedürfnisse und Wünsche darstellen, mit einer Wandzeitung und einem Sketch.


Am Donnerstag kam dann ein harter Brocken auf uns zu, denn das Thema hieß: „wirtschaftliche Grundzusammenhänge“. Ich gebe euch nur einen kleinen Grundriss vom Thema, denn für einen Bericht ist es zu komplex.


Anhand eines Comic „Autarki“ wurde uns die wirtschaftliche Entwicklung nähergebracht: vom Selbstversorger über Tauschhandel bis hin zum heutigen Geld. Dabei wurden auch solche Begriffe, wie „Mehrwert“ und „Tauschwert“ erklärt.


Anhand eines Schaubildes wurde uns der „Produktionskreislauf“ näher gebracht.

Am Freitagvormittag wurde uns der Begriff von „Überstunden“ erklärt. Mit den Überstunden, die wir jährlich machen, könnten locker noch ein paar Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch wurde uns klar, dass wir die meiste Zeit der Arbeitszeit nicht für uns arbeiten, sondern nur als puren Gewinn für den Arbeitgeber.


Am Nachmittag begann dann die „Utopie-Phase“. In dieser Phase konnten die Gruppen ihre Wunschwelt gestalten. Im Utopia meiner Gruppe konnte jeder den Beruf auswählen, den er wollte. Es gab keinen Zwang, alle lebten friedlich miteinander. Es gab kein Geld, jeder konnte sich das nehmen, was er brauchte. Die Gruppen stellten ihre Welt anhand einer Wandzeitung und Sketchen dar.
Am Samstag kam schließlich der Handlungsteil. Was können wir tun, um uns stückchenweise auf unsere Wunschwelt hinzuarbeiten?


Das Essen in Kirkel war natürlich wie immer toll. Die Sauna wurde abends viel genutzt. Einige betätigten sich auch sportlich, wie im Sportraum oder durch Joggen. Abends wurde außerdem noch „Party“ gemacht, es wurde gelacht, einige Spielchen gespielt, wie „Paranoia“ oder „Berliner Nähkästchen“. Nein, ich kann euch nicht verraten, wie die Spiele funktionieren!


Es gab auch ein „Vampirspiel“. Dieses Spiel lief das ganze Seminar über und glaubt mir, man kann ganz schön paranoid werden und darf sich auch nicht so blöd anstellen. Wie ich das meine? Fahrt auf ein Wochenseminar und ihr habt vielleicht die Möglichkeit es selbst zu erleben.


Und natürlich gab es morgens und nach der Mittagspause ein freudiges Wup (Warm Up) mit z.B. Obstsalat oder „kotzendes Känguruh“. Ihr wollt wissen, was das ist? Meldet euch doch einfach mal bei einem Seminar an!

Niki Stroh

 
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